Glauben und Handeln
Der Monatsspruch für den August steht bei meinem Lieblingspropheten Amos:
„Es ströme aber das Recht wie Wasser
und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.“ Amos 5, 24 (Luther)
Ich glaube, dass eine große Gefahr, in der wir als Glaubende immer wieder stehen, die ist, dass wir es uns in unseren Gemeinschaften und Gemeinden gemütlich machen. Wir richten uns unsere Gottesdienste so ein, dass wir uns wohl fühlen, wir beschäftigen uns mit Gott so, dass es uns gut tut, und wir treffen uns in unseren Gruppen mit den Leuten, die wir nett finden und mit denen es angenehm ist zusammen zu sein. Das ist sicherlich auch alles in Ordnung.
Aber es ist dann nicht mehr in Ordnung, wenn wir darüber hinaus die Menschen in unserer Welt vergessen. Wenn unser Glaube kuschelig geworden ist und uns nicht mehr herausfordert, dann läuft etwas schief. Ich bin nicht der Überzeugung, dass Christen immer leiden müssen. Im Gegenteil, wir haben Grund zu echter Freude. Allerdings erlebe ich es - auch bei mir selbst - so, dass ein christliches Leben, bei dem alles in geordneten Bahnen läuft, bei dem alle Meinungen klar sind und zweifelnde Fragen nicht mehr ins Nachdenken bringen, dass so ein Leben oft wenig Frucht bringt und erst recht kein Feuer entfacht.
Denn dann bin ich auch nicht mehr offen dafür, dass Gott mir neue Schritte zeigt. Dass er meine Ansichten ändert, dass meine Liebe wächst und größer wird. Dass ich bedürftig bin. Und manchmal frage ich mich, ob es nicht meine größte Sünde ist, dass ich mich auf meiner Heilsgewissheit ausruhe! Vor allem dann, wenn ich das Gefühl habe, dass ich leidenschaftslos bin. Wenn meine Gebete klingen wie „Lieber Gott, ich leb nicht fromm, aber ich weiß, dass ich in den Himmel komm!“
Amos will Israel aus seiner Selbstsicherheit wachrütteln. Er beklagt sich über die große Differenz zwischen den Gottesdiensten und dem Leben im Alltag des Volkes Israel. Seine Worte sind sehr krass, und genau dadurch rütteln sie wach. Ich lade dich ein, Amos Worte zu lesen (Amos 5, 21 – 24) und sie auf dich selbst zu beziehen:
Was ist meine Motivation, Teil der Gemeinschaft zu sein? Wie verhalte ich mich in unseren Veranstaltungen und wie bin ich außerhalb der Gemeinschaft? Wie begegne ich den Menschen in meinem Umfeld? Wo sorge ich in der Welt für mehr Gerechtigkeit? Wie kann mein Glaube im Alltag deutlich werden? Wie kann Gottes Geist in mir wirken und Jesus durch mich sichtbar und hörbar werden?
Ein offenes Herz für Gottes Reden wünscht dir Felix
Evangelische
Gemeinschaft Gödenstorf e.V.